News aus der Antike

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft bewusst und sinnvoll gestalten."

Nach Neil MacGregor, ehem. Direktor des British Museum London


Nachrichten aus ägyptischen Museen und Sammlungen

Aktuelle Ausgabe des Magazins "aMun" (2/2019)

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(9. November 2019) Die aktuelle Ausgabe des Magazins für die Freunde ägyptischer Museen und Sammlungen "aMun" ist als pdf-Datei verfügbar. Speziell sei der Beitrag der Ägyptologin Daniela Rutica zur anregenden Juli-Tagung im koptischen Kloster Brenkhausen hervorgehoben (S. 42 - 47). 

Magazin aMun 59


Unerschrockene Pionierin im unbekannten Afrika

Die Reisen von Alexandrine Tinne

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(5. Oktober 2019) Zu den ungewöhnlichsten Abenteurerinnen des 19.Jhs. gehörte  die junge Holländerin Alexandrine Tinne. Finanziell  unabhängig, entfloh sie den engen Konventionen ihrer Heimat und begab sich auf zahlreiche Reisen in ferne Länder, meist begleitet von ihrer Mutter und ihrer Tante.

1855 betrat sie in Alexandria erstmals afrikanischen Boden; fortan war Afrika ihr Sehnsuchtsort. Als eine der ersten Europäerinnen drang sie ins Innere des Kontinentes vor und beteiligte sich sogar an der Suche nach den Nilquellen. Am 1. August 1869 geriet sie im Südwesten Libyens in einen Streit zwischen Kameltreibern. Von einem Säbelhieb getroffen, verblutete Alexandrine Tinne, während ihre Habe von Einheimischen geplündert wurde. Eine mutige Frau, deren Leben wie ein Roman anmutet!

Pionierin in Terra incognita (Spektrum.de)

Wer sich eingehender für das spannende Leben von Alexandrine Tinne interessiert, dem sei das Buch "The Fateful Journey" von Robert Joost Willink empfohlen, das als pdf-Datei heruntergeladen werden kann. Die gut recherchierte Reiseerzählung befasst sich mit der Expedition von Alexandrine Tinne 1863-1864 im Sudan und wird durch Briefe Tinnes, Exkursen zur damaligen Situation im Sudan und in seiner Hauptstadt Khartum sowie durch die Präsentation der ethnografischen Sammlung von Tinne ergänzt.

The Fateful Journey (Wordpress.com)


Virtuelle Rekonstruktion antiker Stätten

"Von Mossul nach Palmyra - Eine virtuelle Reise durch das Weltkulturerbe"

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(5. Oktober 2019) Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt noch bis 3. November 2019 die Ausstellung "Von Mossul nach Palmyra". 

Mossul, Aleppo, Palmyra, Leptis Magna – diese Städte sind Symbole für das sagenumwobene Weltkulturerbe vergangener Zivilisationen, aber auch für die Zerstörung ihrer Denkmäler durch Fanatismus und Kriege. Mit Hilfe modernster virtueller Rekonstruktionen erweckt die Ausstellung diese legendären und heute zerstörten Stätten zu neuem Leben. 

Die Präsentation veranschaulicht eindrucksvoll, dass das kulturelle Erbe im Nahen Osten und Nordafrika grundsätzlich multikulturell und multireligiös war und im Zentrum eines eng vernetzten Austauschs zwischen drei Kontinenten stand. Die Bundeskunsthalle unterstreicht mit dieser Ausstellung die Bedeutung des Erhalts dieses universellen Erbes der Menschheit.

Von Mossul nach Palmyra (Bundeskunsthalle.de)

Virtueller Rundgang durch Palmyra


Zur Entstehung ägyptischer Sammlungen rund um den Globus

"Scattered Finds - Archaeology, Egyptology and Museums" von Alice Stevenson

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(17. Juli 2019) Bei den meisten Ausstellungen stehen Ästhetik und Bedeutung der altägyptischen Exponate im Vordergrund. Dass aber ihre Erwerbsgeschichten und die Entstehung der jeweiligen Sammlungen ebenso spannend und faszinierend sein können, zeigt die Ägyptologin Alice Stevenson in ihrem kürzlich erschienenen Buch "Scattered Finds - Archaeology, Egyptology and Museums".

Die Publikation ist chronologisch aufgebaut und geht auf die wichtigsten Zeitabschnitte ein, in denen archäologische Entdeckungen gemacht wurden. Sie beginnt 1880, als der Vizekönig Taufiq erstmals anordnete, dass alle Monumente und Objekte Eigentum des ägyptischen Staates seien. Das letzte Kapitel geht auf die UNESCO-Konvention zum Schutz der Kulturgüter und ihre Ratifizierung durch Ägypten ein. Stevenson stellt zahlreiche Sammlungen und ihre Enstehungsgeschichten rund um den Globus vor; die Reise geht vom British Museum in London bis nach Japan, Ghana und Australien.

Der lesenswerte Band mit vielen Abbildungen und einer umfassenden Bibliografie kann als open access free download heruntergeladen werden:

Scattered Finds.pdf


Der Iran in Bildern

Rundreise durch ein faszinierendes Land

(12. Juni 2019) Wer den Iran bereist, begegnet jahrtausendealten Geschichten und Kulturen, imposanten Bauwerken, einzigartigen Landschaften und einer überwältigenden Gastfreundschaft.

Eine Rundreise in Bildern (Qantara.de)


"Luxus am Nil - Spätantike Kleidung aus Ägypten"

Sonderausstellung der Abegg-Stiftung in Riggisberg (BE)

(29. April 2019) Die diesjährige Sonderausstellung der renommierten Abegg-Stiftung in Riggisberg widmet sich der Kleidung im spätantiken Ägypten.

Schon damals, vor mehr als 1500 Jahren, waren teure, reich verzierte Gewänder Zeichen eines aufwendigen Lebensstils. Mit ihnen wurden Würde, Rang und Anspruch zum Ausdruck gebracht. Gefunden wurden solche kostbaren Kleidungsstücke vor allem in Ägypten, wo sie im trockenen Wüstensand Jahrhunderte überdauern konnten. Die Sonderausstellung zeigt herausragende Zeugnisse dieses spätantiken Kleiderluxus'.

Anders als heute äusserte sich der luxuriöse Charakter der Kleidung nicht in raffinierten Schnitten oder extravaganten Formen, sondern in der Kostbarkeit der verwendeten Farben und Materialien. Seide, Purpur und Gold nahmen dabei die erste Stelle ein. Aber auch kunstvolle Wirkereien aus Wolle und Leinen waren hochbegehrt.

Die textilen Schätze aus dem ägyptischen Wüstensand sind in der Abegg-Stiftung in Riggisberg bis zum 10. November 2019 zu bewundern.

Luxus am Nil
Pressetext zur Ausstellung
Aus dem Wüstensand geborgen (derbund.ch)


Neugestaltung des Ägyptischen Museums am Tahrir Square geplant

Dreijähriges Hilfsprojekt der EU gestartet 

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(2. April 2019) Das "alte" Ägyptische Museum am Tahrir Platz hat es dieser Tage nicht ganz einfach. Laufend werden ihm Objekte entnommen und ins Grand Egyptian Museum (GEM) gebracht, das nach neuen Meldungen nächstes Jahr eröffnet werden soll, sich jedoch noch immer als eine riesige Baustelle präsentiert.

Ein Besuch des Ägyptischen Museums im Februar 2019 hinterliess einen zwiespältigen Eindruck. Die ungenügende Beleuchtung und staubigen Vitrinen gehören mittlerweile zum Charme des Hauses; nun gesellen sich jedoch noch Umzugskisten, Packmaterial, Werkzeugkästen und Staubsauger hinzu. Insbesondere im oberen Stockwerk bieten zahlreiche leergeräumte Vitrinen einen gewöhnungsbedürftigen Anblick. Anlässlich unseres Besuchs waren auch Malerarbeiten im Gange. Um die in der Nähe befindlichen Objekte zu schützen, waren diese notdürftig mit Plastikfolien abgedeckt worden, auf denen sich jedoch kurioserweise jede Menge Fussabdrücke abzeichneten. 

Wie die Zeitung "Luxor Times" meldete, soll nach den Malerarbeiten ein neues Beleuchtungssystem innerhalb des Gebäudes installiert werden. Sabah Abdel Razeq, Generaldirektorin des Ägyptischen Museums, sagte, man arbeite daran, die Wände des Museums zu streichen und Schäden zu restaurieren, sowie die defekten Glasvitrinen entlang der Korridore und in den Hallen zu ersetzen. Dr. Khaled el Anani, Minister für Antiquitäten, hat dem Ägyptischen Museum kürzlich einen Besuch abgestattet, um sich aus erster Hand über die Bemühungen zur Verbesserung des Museums zu informieren. Ausserdem hat die Europäische Union ein dreijähriges Projekt mit einem Gesamtvolumen von 3,1 Millionen Euro gestartet, um das Ägyptische Museum umzugestalten. Ein Konsortium europäischer Museen, welches sich aus dem Museo Egizio, dem Louvre, dem British Museum, dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin, dem Rijksmuseum van Oudheden (Leiden), dem BBR - Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, dem IFAO - Institut Français d'Archéologie Orientale und dem ICA - Istituto Centrale für Archeologia zusammensetzt, wird das Ägyptische Museum Kairo bei der Einführung neuer Ausstellungsflächen und bei der Festlegung einer detaillierten strategischen Vision (Masterplan) für die Zukunft unterstützen. Wie diese Zukunft aussehen könnte, ist jedoch weiterhin offen. Es bleibt zu hoffen, dass einige der Meisterwerke am Tahrir Square bleiben können. 

Egyptian Museum development continues (Luxortimes)


"Arbeiter - Künstler - Pharaonen"

12. Tage der Ägyptologie im Koptisch-Orthodoxen Kloster Brenkhausen

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(2. April 2019) Unter den zahlreichen Tagungen zur Antike haben sich die Tage der Ägyptologie als feste Grösse etabliert. Vom 26.-28. Juli findet heuer die 12. Ausgabe statt, welche unter dem Motto "Arbeiter - Künstler - Pharaonen" wiederum mit einem attraktiven Programm und namhaften ReferentInnen aufwartet.

Tage der Ägyptologie


 

Ägypten - das Niltal: Von Kairo bis Abu Simbel

Neuauflage des Reiseführers für Entdecker und Individualreisende

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(25. Januar 2019) Die langerwartete Neuauflage des Reiseführers zu Ägypten aus dem Reise Know-How Verlag ist soeben erschienen. In dieser komplett überarbeiteten Auflage finden die Leser die übliche Fülle an bewährten Informationen, mit deren Hilfe sie das Land auch auf eigene Faust erkunden können. Daneben wartet der Reiseführer auch mit Neuerungen auf. So werden erstmals wichtige Sehenswürdigkeiten und Orte ebenso in arabischer Schrift abgedruckt, so dass Reisende bei eventuellen Verständigungsschwierigkeiten auf den arabischen Namen verweisen können. Ausserdem machen sog. „Entdecker-Touren“ Lust auf Entdeckungen abseits ausgetretener Touristenpfade, was jedem interessierten Ägyptenbesucher ans Herz gelegt sei. Diese Touren führen zu weitgehend unbekannten Stätten, derer es in Ägypten noch viele gibt. Es ist schade, sich bei einem Aufenthalt am Nil nur auf die sog. touristischen Highlights zu beschränken!

Reiseführer Ägypten (Reise Know-How)


Das Geheimnis des Cheops

Einstein-Doku am 10. Januar 2019

(6. Januar 2019) Am kommenden Donnerstag, 10. Januar 2019, um 22.25 Uhr strahlt SRF 1 in der Sendung "Einstein" die Dokumentation "Das Geheimnis des Cheops" aus. 

Obwohl sich zahllose Forscher schon mit der Cheopspyramide beschäftigt haben, gibt diese noch heute Rätsel auf. Im Rahmen des Scan Pyramids-Projektes hat ein internationales Forscherteam nun einen Anlauf genommen, die Geheimnisse des einzigen noch erhaltenen Weltwunders der Antike zu erkunden.

Das Geheimnis des Cheops (SRF)


"Mykene. Die sagenhafte Welt des Agamemnon" in Karlsruhe

Ausstellung zur ersten Hochkultur auf Europas Festland

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(20. Dezember 2018) Am 1. Dezember 2018 ist im Badischen Landesmuseum Karlsruhe eine grosse Sonderausstellung zu Mykene eröffnet worden, die mehr als 400 hochkarätige Leihgaben aus verschiedenen griechischen Museen vereint. Darunter befinden sich die bekannten Schliemann-Funde aus Mykene und Tiryns. Ein weiteres Highlight bilden die Fundstücke aus dem sogenannten Grab des Greifen-Kriegers, eines intakten Schachtgrabes, das im Mai 2015 in der Nähe des „Palasts des Nestor“ in Pylos gefunden wurde und zu den bedeutendsten archäologischen Funden Griechenlands der letzten Jahre zählt.

Die mykenische Kultur erreichte ihre Blütezeit im 14. und 13. Jh.v.Chr. Monumentale Architektur, elegante Kunstgegenstände und Handelsbeziehungen mit den Kulturen des Vorderen Orients und Ägyptens belegen dies eindrücklich. Zahlreiche Exponate haben Griechenland für die Sonderausstellung erstmals verlassen. Diese wurde durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Griechischen Ministerium für Kultur und Sport und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württembergs ermöglicht. Die Ausstellung dauert bis 2. Juni 2019 und wird von einem Rahmenprogramm und einem umfassenden Katalog begleitet. 

Das sagenhafte Mykene in Karlsruhe (Badische Zeitung)

Mykene (Badisches Landesmuseum Karslruhe)


Ägyptische Forscher entdecken gut erhaltenes Priestergrab

Sensationsfund in der Nekropole von Sakkara nahe Kairo

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(20. Dezember 2018) Ägyptische Archäologen haben in der Nekropole von Sakkara südlich von Kairo einen bemerkenswerten Fund gemacht: Sie stiessen auf das Grab eines Priesters, der unter Pharao Neferirkare, dem 3. König der 5. Dynastie (um 2475 - 2465 v.Chr.), tätig war. Die Grabstätte mit 18 Nischen und 24 Statuen besticht durch ihre gut erhaltenen Reliefs und Farben.

Forscher entdecken Grab in Sakkara (Spiegel online)


Neuigkeiten zu ägyptischen Sammlungen in aller Welt

Newsletter des Internationalen Komitees für Ägyptologie CIPEG

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(13.12.2018) Im aktuellen e-Newsletter 2018/10 von CIPEG finden sich mehrere Beiträge zu ägyptischen Sammlungen in Museen der ganzen Welt. Besonders interessant - wenn auch bedrückend - ist der Artikel über die ägyptische Kollektion des Nationalmuseums von Rio. Die mit über 700 Objekten grösste Sammlung Lateinamerikas ist vor wenigen Monaten dem verheerenden Brand im Nationalmusuem zum Opfer gefallen. Bemerkenswert ist der Beitrag zum Museum in Sohag, das im letzten August von Ägyptens Präsident Al-Sisi eröffnet wurde. Im eindrücklichen Gebäude wird die Geschichte der Region von der Antike bis zur Gegenwart aufgerollt; die Ausstellung richtet sich nicht nur an Touristen, sondern vor allem an die lokale Bevölkerung.

Newsletter CIPEG


 "Spitzmaus Mummy in a Coffin and other Treasures"

Die Sammlungen des Kunsthistorischen Museums Wien neu interpretiert

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(8. Dezember 2018) Ein texanischer Regisseur durchstreift mit einer Künstlerin und Kinderbuchautorin die Depots des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM) und lässt sich von den angetroffenen Objekten inspirieren. Die daraus entstandene, ungewöhnliche Ausstellung trägt den nicht minder ungewöhnlichen Titel "Spitzmaus Mummy in a Coffin and other Treasures".

Nicht von ungefähr ist das titelgebende Objekt ein altägyptischer Spitzmaus-Sarg aus dem 4. Jh.v.Chr.! Das auf den ersten Blick eher unauffällige Exponat steht für den unkonventionellen Ansatz, den die beiden Gastkuratoren am KHM, der Filmemacher Wes Anderson und seine Frau, die Illustratorin und Kinderbuchautorin, Juman Malouf gewählt haben. Dabei ging es ihnen weder darum, sog. Meisterwerke aus den 4,5 Millionen Objekte umfassenden Sammlungen zu präsentieren, noch um eine Auswahl nach wissenschaftlichen Kriterien. Die beiden liessen sich bei ihren Streifzügen durch die Depots des KHM ganz einfach "von ihrer Neugier, von Formen und Farben, von Materialien und Grössen leiten" - ein überraschender, persönlicher, intuitiver und auch provokativer Ansatz, welcher die Besucher animiert, sich auf die Suche nach ihren eigenen Lieblingsstücken zu machen. 

Spitzmaus Mummy in a Coffin (KHM)


Eröffnung des neuen Grand Egyptian Museums GEM erneut verschoben

Neuer Flughafen soll ab 2020 auch Wochenend-Touristen nach Kairo bringen

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(28. November 2018) Noch vor wenigen Monaten versicherte das ägyptische Antikenministerium, die Teilöffnung des GEM werde wie vorgesehen 2019 stattfinden und 5400 Objekte aus dem Grabschatz des Tutanchamun umfassen. Gemäss Aussagen des Direktors Tarek Tawfik soll das GEM nun aber erst 2020 eröffnet werden. Dann werde jedoch eine vollständige Eröffnung erfolgen und nicht nur eine Teileröffnung, wie sie bisher vorgesehen war. 

Tawfik erklärte, die erneute Verschiebung sei Teil einer "umfassenden Vision" mit dem Ziel, vermehrt kulturell interessierte Touristen anzuziehen und Ägypten wieder als feste Reisedestination zu etablieren. Grosse Erwartungen setzen die Verantwortlichen auch in den Bau des Flughafens Sphinx International Airport, der westlich von Kairo entsteht und nur rund 30 Minuten vom Giza-Plateau und damit vom GEM entfernt liegen soll. Erste Testflüge hätten im Oktober stattgefunden; der Flughafen werde 2020 fertiggestellt sein und solle dann auch Wochenendtouristen nach Kairo bringen.

Grand Egyptian Museum (The art newspaper)


Entdeckungen in Ägypten

Intakte Gräber in Theben-West und Kairo gefunden

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(28. November 2018) In den letzten Wochen überschlagen sich Nachrichten über neue Entdeckungen in Ägypten. Einen besonders schönen Fund haben ägyptische Archäologen im Assasif in Theben-West gemacht. Sie stiessen auf das farbig dekorierte Grab eines Schreibers aus der Ramessidenzeit, das zahlreiche Beigaben enthielt.

Vor wenigen Tagen wurde ausserdem bekannt, dass ein ägyptisches Team in Dahshur, südlich von Kairo, mehrere Gräber entdeckte. Diese enthalten Kalksteinsarkophage mit Mumien, die mit bemalter Kartonage bedeckt sind. 

3000-year-old tomb (Luxor Times, mit Fotos)

Several mummies discovered (Luxor Times, mit Fotos)


Mykene, Ägypten und die Türkei

Aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte "Antike Welt" (6/18)

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(28. November 2018) Titelthema der aktuellen Ausgabe der "Antiken Welt" ist die grosse Sonderausstellung "Mykene -Die sagenhafte Welt des Agamemnon", die im Badischen Landesmuseum Karlsruhe am 1. Dezember 2018 eröffnet wird.

Weitere Beiträge widmen sich u.a. der Ausgrabung des Institutes für Archäologische Wissenschaften der Universität Bern in Sirkeli Höyük in der Türkei sowie den säkularen Verdienstmöglichkeiten altägyptischer Priester.

Leseprobe Antike Welt


 

Stein(h)art - Altägyptische Gefässe von ewiger Schönheit

Studio-Ausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

(17. November 2018) Seit dem 11. November wird die Ausstellung "Ägypten - Land der Unsterblichkeit" durch die Studio-Ausstellung "Stein(h)art - Altägyptische Gefässe von ewiger Schönheit" ergänzt. 

Die Ausstellung zeigt rund 100 altägyptische Steingefässe aus der prädynastischen Zeit bis ins Mittlere Reich (um 4000 - 1680 v.Chr.), die durch ihre zeitlose Schönheit und meisterliche Verarbeitung bestechen. Die ältesten Stücke sind fast 6000 Jahre alt und wirken mit ihrer reduzierten Ästhetik trotzdem überraschend modern. Sie sind weitgehend ornamentfrei und bezaubern durch ihr Spiel mit markant gemaserten und farblich herausragenden Materialien. Gesteinsarten wie Basalt, Brekzie, Grauwacke und Diorit sind ausgesprochen schwer zu bearbeiten. Die makellose Ausführung beweist eindrucksvoll, zu welch überragender Meisterschaft die Künstler im Alten Ägypten mit einfachen Werkzeugen fähig waren. Das Spektrum der gezeigten Objekte reicht von wuchtigen Werken über elegante Alabasterbecher bis hin zu einem filigranen Fläschchen aus Lapislazuli mit Goldapplikationen.

Die Studio-Ausstellung "Stein(h)art" stellt Design und Ästhetik der Exponate in den Fokus. Durch eine zurückhaltende Ausstellungsgestaltung kommt die Schönheit der einzelnen Stücke zum Tragen. Die Ausstellung ist bis 10. Februar 2019 zu sehen.

Studio-Ausstellung "Stein(h)art"


Museums of Egypt - A Journey from Aswan to Alexandria

Wanderausstellung in der Neuen Universität Würzburg

(17. November 2018) Vom 7. November bis 19. Dezember 2018 ist im Lichthof der Neuen Universität am Sanderring eine Wanderausstellung mit dem Titel "Museums of Egypt - a Journey from Aswan to Alexandria" zu sehen. 

Der Wüstenstaat Ägypten bietet mehr als Pharaonen und Pyramiden. So beherbergt Kairo die weltweit grösste Sammlung islamischer Kunst ebenso wie frühe Zeugnisse christlicher Kultur. Und während in Kom Ombo Krokodil-Mumien zu sehen sind, lockt Alexandria mit Juwelen im Palastmuseum. Nach ihrer Premiere im Ägyptischen Museum in Kairo ist die Ausstellung „Museums of Egypt - a Journey from Aswan to Alexandria” nun in Würzburg zu Gast. Sie präsentiert einen Querschnitt aus den Beständen bekannter und unbekannter Museen. Grossformatige Fotografien beleuchten einzigartige Objekte aus einem neuen Blickwinkel. 

Die Wanderausstellung mit englischen und arabischen Texten ist ein Gemeinschaftsprojekt von Studierenden der Museologie und Ägyptologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) sowie der Helwan University in Ägypten. Die Studierenden wählten Museen aus, recherchierten Inhalte, reisten durchs Land und fotografierten Objekte.

Museums of Egypt - A Journey from Aswan to Alexandria


Cités millénaires. Voyage de Palmyre à Mossoul

Sonderausstellung im Institut du monde arabe in Paris

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(9. November 2018) Das renommierte Institut du monde arabe in Paris thematisiert in seiner aktuellen Sonderausstellung bedrohte Stätten der Antike im Nahen Osten und in Nordafrika. Anhand archäologischer Aufnahmen auf Grossleinwänden tauchen die Besucher in die jahrtausendealten Städte von Mossul (Irak), Aleppo und Palmyra (Syrien) sowie Leptis Magna (Libyen) ein, deren Denkmäler in den letzten Jahren durch Terroristen schwer beschädigt und teilweise sogar vollständig zerstört wurden. Mithilfe photographischer Archive, u.a. demjenigen der Universität von Lausanne, gelang es, die Stätten virtuell zu rekonstruieren. So stehen die Besucher für einen kurzen Moment in der wiederauferstandenen Stadt Palmyra und können erahnen, weshalb sie die "Perle der Wüste" genannt wurde. 

Eines der Ziele der Ausstellung ist es, die syrische Jugend für ihr kulturelles Erbe und die Geschichte ihres Landes zu sensibilisieren. Geplant ist ein 3-D-Video über den palmyrenischen Tempel von Baalshamin, das zusammen mit einer Broschüre über das zerstörte Heiligtum an jugendliche Syrer in den jordanischen Flüchtlingslagern abgegeben werden soll. 

Die Ausstellung dauert bis zum 10. Februar 2019.

Cités millénaires (imarabe)


Palmyra, die legendäre Handelsstadt in der syrischen Wüste

Die Geschichte Palmyras in Bildern

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(9. November 2018) Das Patrimoine Proche Orient stellt auf der Webseite Archéologie.Culture.fr  die reiche Geschichte der antiken syrischen Wüstenstadt Palmyra anhand zahlreicher Aufnahmen vor. Ein Schwerpunkt liegt auf den in den letzten Jahren von fanatischen Extremisten zerstörten Gebäuden. 

Archéologie.Culture/Palmyre


 I am Ashurbanipal

Sonderausstellung über das Assyrische Reich im British Museum London

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(6. November 2018) Zwischen dem 9. und 7. Jh. v.Chr. war Assyrien eine der mächtigsten Grossreiche in Vorderasien. Der bedeutendste assyrische König war Assurbanipal (668 - 631 v.Chr.), der sich in Inschriften als "König der Welt" bezeichnen liess. Unter seiner über 35-jährigen Herrschaft erreichte das assyrische Reich seinen Höhepunkt und erstreckte sich von der östlichen Mittelmeerküste bis in die Bergregionen des heutigen Westirans. In seiner Hauptstadt Niniveh im nördlichen Irak liess Assurbanipal einen prächtigen, mit Reliefs dekorierten Palast erbauen. Das British Museum besitzt eine der grössten Sammlungen assyrischer Kunst und erzählt anhand dieser Zeugnisse die Geschichte Assurbanipals, dessen Heer um 666 v.Chr. bis nach Ägypten vorstiess und Theben plünderte.
Die Sonderausstellung dauert von 8. November 2018 bis 24. Februar 2019.

I am Ashurbanipal (British Museum)


Auf den Spuren früher Forscher und Abenteurer 

Auf dem Nassersee von Assuan nach Abu Simbel 

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(20. Juni 2018) Die kurze Bildstrecke zeigt, dass es zwischen den bekannten Sehenswürdigkeiten von Assuan und Abu Simbel noch Etliches zu entdecken gibt....

Reise durch Unternubien (Nile Times Newsletter 6/2018)


Faszination Archäologie im Kino REX in Bern

Dokumentarfilme zu Max von Oppenheim und Agatha Christie am 12. und 14. Juni 2018

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(9. Juni 2018) Woher rührt die Faszination des Alten Orients? Was verbindet Agatha Christie mit Archäologie? Mit diesen und weiteren Fragen befassen sich zwei Veranstaltungen, welche die Abteilung Vorderasiatische Archäologie des Institutes für Archäologische Wissenschaften der Universität Bern im Kino REX durchführt. 

Am Dienstag, 12. Juni, um 18 Uhr wird die Dokumentation "Faszination Orient - Das Leben des Max von Oppenheim" gezeigt. Prof. Dr. Mirko Novak gibt vorgängig eine Einführung zum deutschen Diplomaten und Forschungsreisenden von Oppenheim, der 1899 auf dem Tell Halaf am Rand der syrischen Wüste riesige Bildwerke eines Palastes aus dem frühen 1. Jahrtausend v.Chr. entdeckte.

Am Donnerstag, 14. Juni, um 18 Uhr folgen zwei Kurzfilme von Agatha Christie, die sie auf den Grabungen ihres zweiten Mannes Max Mallowan in Syrien und im Irak drehte. Die Einführung zu diesen zwei Doku-Perlen erfolgt durch Frau Dr. Charlotte Trümpler, die sich mit dem Leben und Wirken von Christie im Orient intensiv befasst hat.

Webseite Kino REX


Auf den Spuren früher Reisender 

Dokumentation zur Nile Times-Reise im März 2018

(16. Mai 2018) Im März 2018 begab sich eine Nile Times-Gruppe auf die Spuren der Forscher und Abenteurer Johann Ludwig Burckhardt und Giovanni Battista Belzoni und erkundete Unternubien von Assuan nach Abu Simbel.

Nun ist die Dokumentation zu den besuchten Sehenswürdigkeiten als pdf verfügbar; eine Bildstrecke folgt in Kürze:
Doku Assuan Nassersee


Antikensammlung von Elsa Bloch-Diener wird versteigert

Auktion in der Berner Galerie Stuker

(16. Mai 2018) Die Galerie von Elsa Bloch-Diener in der Berner Altstadt galt als eine der renommiertesten Adressen für Sammler antiker Kostbarkeiten. Nun wird der Restbestand der Antikensammlng von Frau Bloch-Diener in der Berner Galerie Stuker versteigert. Neben altägyptischen Exponaten finden sich auch Objekte aus dem alten Orient sowie griechisch-römische und etruskische Stücke. Vor der Auktion, die am 30. Mai 2018 stattfindet, sind die Objekte in der Galerie am Alten Aargauerstalden 30 ausgestellt.

Online-Katalog der Antiken der Frühlingsauktion: 
Antiken Galerie Stuker


Deutsch-ägyptische Grabungen in Heliopolis

Politischer Druck und knappe Finanzen machen dem deutschen Grabungsleiter zu schaffen

(20. April 2018) Letztes Jahr sorgte ein deutsch-ägyptisches Archäologenteam in Matariya/Heliopolis nahe Kairo mit dem Fund der Kolossalbüste des Pharaos Psammetich I. für Furore. Aktuelle Grabungen haben nun weitere 4500 Fragmente der Statue zutage gefördert, anhand derer ihre ursprüngliche Grösse berechnet werden kann. Laut Dietrich Raue, dem Leiter des deutschen Teams, konnten auch Teile weiterer Bauten geborgen werden, so u.a. ein Fragmente eines Tores von Ramses II. und Nektanebos I. 

New Discovery in Matariya (Ahram Online)

Auch wenn die letzjährige Entdeckung in der Presse auf ein grosses Echo stiess, ist die Fortsetzung der Grabung in Heliopolis finanziell nicht gesichert. Das Ägyptologieforum Zürich unterstützte die Grabung deshalb mit einem Geldbetrag. Als Dank hat Dietrich Raue einen sehr lesenswerten Beitrag für die Mitteilungen des Ägyptologieforums Zürich verfasst, der deutlich macht, dass sich der Grabungsalltag in einem Vorort von Kairo nicht immer einfach gestaltet. So gehe es, gemäss Raue, in den ägyptischen Medien v.a. um die Frage, wann die Archäologen das Areal verlassen, um endlich mit dem Bau des Parkhauses durch das Ministerium der Religiösen Stiftungen beginnen zu können. Der Bericht findet sich auf den S. 3 -11.

Bericht zum Heliopolis-Projekt von D. Raue (Mitteilungen 18 des Ägyptologieforums Zürich)


11. Tage der Ägyptologie im Koptisch-Orthodoxen Kloster Brenkhausen (D)

Tagung zu Altägypten vom 27. - 29. Juli 2018

(13. April 2018) Bei den Tagen der Ägyptologie im Koptisch-Orthodoxen Kloster Brenkhausen stellen international renommierte WissenschaftlerInnen sowie junge NachwuchswissenschaftlerInnen verschiedene Aspekte des Alten Ägypten vor. Die Tagung ist offenfür alle. die sich für Geschichte und Kultur des antiken oder koptischen Ägypten interessieren, und gibt Gelegenheit, neue Forschungsergebnisse  zu erfahren und mit ForscherInnen ins Gespräch zu kommen. 
Das Eröffnungsreferat zum Thema "Ägypten in der Schweiz - Das Schweizer Sargprojekt" halten Alexandra Küffer und Renate Siegmann, Leiterinnen des Projekts.

Webseite Kloster Brenkhausen mit Tagungsprogramm


Interview mit dem Kurator der Basler Ausstellung "Scanning Sethos"

Der Ägyptologe Dr. Andre Wiese im Gespräch

(13. April 2018) Das Antikenmuseum Basel zeigt bis 6. Mai 2018 die eindrückliche Sonderausstellung "Scanning Sethos - Die Wiedergeburt eines Pharaonengrabes". Im Gespräch mit Radio Silbergrau äussert sich der Ägyptologe und Kurator der Ausstellung Dr. Andre Wiese über das Grab von Pharao Sethos I., das als schönstes im Tal der Könige gilt, und über die Entstehung der Ausstellung. 

Radio Silbergrau 


Musik im alten Ägypten

Die Ägyptologin Heidi Köpp-Junk lässt altägyptische Melodien erklingen

(1. Februar 2018) Musik im alten Ägypten wird selten thematisiert, obschon sie seit jeher zum Leben der Ägypter gehörte. Die ersten Darstellungen stammen aus der prädynastischen Zeit; der älteste bekannte Musiker ist der Flötist Ipi, der sich um 2600 v.Chr. in Dahshur ein Grab anlegen liess. Besonders im Neuen Reich (1500 - 1000 v.Chr.) finden sich in den Gräbern zahlreiche Abbildungen von Musikantinnen, welche die Gäste bei Festen unterhalten. Der Titel "Sängerin des Gottes Amun (oder einer anderen Gottheit) war unter Gattinnen von hohen Beamten weit verbreitet und macht deutlich, dass Musik sowohl in privatem Rahmen als auch im offiziellen Tempelkult eine wichtige Rolle spielte. 

Aus dem alten Ägypten sind keine Noten überliefert, so dass wir die Melodien der altägyptischen "Schlager" nicht kennen. Jedoch sind uns Texte von Liedern, insbesondere Liebesliedern, überliefert. Verwendet wurden Blas-, Saiten-, Rassel- und Schlaginstrumente.

Die genaue Analyse von erhaltenen Musikgeräten und von abgebildeten Instrumenten sowie der deren Nachbau haben es der Ägyptologin Heidi Köpp-Junk der Universität Trier ermöglicht, altägyptische Musik wieder erklingen zu lassen. Vermutlich benutzten die Ägypter eine pentatonische Skala, die eine Oktave von 5 statt 7 Tönen umfasste. 

Earliest Music Ancient Egypt (asorblog; mit Videoaufnahme von H. Jöpp-Junk)


10 Jahre Basler Grabungen im Tal der Könige

Interview mit der Ägyptologin und Leiterin des Basler Projektes Susanne Bickel

(9. Januar 2018) Seit 10 Jahren gräbt ein Basler Team im Tal der Könige bei Luxor. Die Professorin für Ägyptologie an der Universität Basel Susanne Bickel ist Leiterin des Projektes "University of Basel Kings' Valley Project". Im Interview mit der Basler Zeitung spricht sie über ihre Arbeit in einem der archäologischen Hotspots der Welt.

Es gilt zu retten, was es zu retten gibt (BAZ)


"Scanning Sethos" im Antikenmuseum Basel

Sonderausstellung zum Felsengrab Sethos I. im Tal der Könige

(6. November 2017) Das Felsengrab des Pharaos Sethos I., der um regierte, ist eine der faszinierendsten Grabstätten im Tal der Könige. Mehr als 3000 Jahre nach dem Tode von Sethos' I. entdeckte Giovanni Battista Belzoni 1817 das Königsgrab und rühmte den tadellosen Erhaltungszustand der Wanddekoration. Heute befindet sich das Grab aufrgund von Plünderungen, unsachgemässer Forschung, Massentourismus und geologischen Verschiebungen in einem beklagenswerten Zustand.

Die am 29. Oktober 2017 eröffnete Sonderausstellung im Antikenmuseum Basel erzählt das 200-jährige Schicksal des Grabes seit seiner Entdeckung und gibt Einblicke in die modernsten Reproduktionstechniken zur Rettung von bedrohtem Kulturerbe - einem Thema von grosser Aktualität wie die zerstörten und geplünderten Stätten in Syrien und im Irak zeigen. In der Basler Ausstellung ist erstmals ein massstabgetreues Faksimile der zwei prächtigsten Grabkammern und des Sarkophags Sethos' I. zu sehen. Nach Ausstellungsende soll die vollständige Grabanlage faksimiliert und im Tal der Könige für Besucher zugänglich gemacht werden.

Nachgebautes Pharaonengrab (SRF Kultur)

Scanning Sethos (Fotos zur Ausstellung)


Ägypten in Mannheim dauerhaft zu Gast

"Ägypten - Land der Unsterblichkeit" als Dauerausstellung wiedereröffnet

(29. Oktober 2017) Seit der Eröffnung der Sonderschau "Ägypten - Land der Unsterblichkeit" im November 2014 im Museum Weltkulturen D5 der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim haben mehr als 185'000 Besucher die Ausstellung besucht. Die anhaltende Begeisterung des Publikums hat die Museumsleitung nun dazu bewogen, das alte Ägypten in den Reiss-Engelhorn-Museen fest zu verankern.

Nach mehrwöchigem Umbau ist die Ausstellung deshalb ab 1. Oktober 2017 dauerhaft zu sehen. Die grosszügige Inszenierung und einladende Präsentation sowie die Schwerpunkte Alltagsleben, Stellung des Pharaos und seines Beamtenstabes, Totenkult und Götterwelt sind geblieben; allerdings sind mehr als ein Viertel der 500 Exponate ausgetauscht worden. 

Webseite REM Mannheim


Die Rettung Palmyras

Arte-Dokumentation über die UNESCO-Weltkulturstätte in der syrischen Wüste

(22. Oktober 2017) In der Antike war Palmyra ein Handelszentrum am Kreuzweg grosser Karawanenrouten im Grenzgebiet zwischen dem Römischen Imperium und dem Persischen Reich. In der Wüstenstadt trafen Orient und Okzident aufeinander; sie war ein Schmelztiegel von Kulturen und Religionen.

Im syrischen Bürgerkrieg wurde Palmyra von den fanatischen Gotteskriegern des sog. Islamischen Staates eingenommen, welche die wichtigsten Denkmäler gezielt zerstörten. Ein Team von internationalen Forschern arbeitet zurzeit an einer Bestandesaufnahme der Schäden, die einen Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg ermöglichen soll.

Die Rettung Palmyras (Arte-Dokumentation)


Die Herrschaft des Mahdi im Sudan

Arte-Dokumentation über den Mahdi-Aufstand (1881 bis 1899) gegen die Briten

(22. Oktober 2017) 1881 brach im Sudan ein Aufstand gegen die anglo-ägyptische Herrschaft aus, die von der einheimischen Bevölkerung zunehmend als ungerecht und korrupt empfungen wurde. Anführer war Muhammed Ahmed, der von seinen Anhängern "Mahdi", der Rechtgeleitete, genannt wurde. Die Rebellion richtete sich bald auch gegen alle Einflüsse des Westens. die Mahdisten eroberten weite Teile des Landes und nahmen im Januar 1885 Khartum ein. Der Mahdi-Aufstand gilt als erste Widerstandsbewegung in Afrika gegen die Kolonialpolitik europäischer Mächte. 

Ende des 19. Jahrhunderts machte der Österreicher Rudolf Slatin im Dienste der Breiten Karriere als Gouverneur der Provinz Darfur im Sudan. Nachdem diese von den Anhängern des Mahdi erobert wurde, musste sich Slatin ergeben und lebte als Gefangener am Hof des Mahdi. Erst nach zwölf Jahren - der Mahdi war inzwischen verstorben - gelang ihm die Flucht. Zurück in Europa verfasste er ein abenteurliches Buch über seine Schreckenserlebnisse im Sudan, das auf grosses Interesse stiess.

Aufstand in der Wüste (Arte-Dokumentation)


Ein Schweizer entdeckte zwei Kulturstätten von Weltbedeutung

Vor 200 Jahren verstarb Johann Ludwieg Burckhardt in Kairo

(14. Oktober 2017) Im Oktober 1817 verstarb nach einem kurzen, aber intensiven Leben der Basler Reisende und Forscher Johann Ludwig Burckhardt in Kairo. Als erster Europäer hatte er 1812 die Wüstenstadt Petra betreten und 1813 die gewaltige Tempelanlage von Abu Simbel wiederentdeckt. Zu seinem 200. Todestag widmete ihm das Ägyptische Museum Kairo eine kleine Sonderausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Universität Basel und der Schweizer Botschaft in Kairo entstanden ist. Burckhardt, der seine ausgedehnten Reisen durch den Orient unter dem Namen "Scheich Ibrahim" unternahm und zum Islam konvertierte, ist auf dem Kairoer Friedhof von Bab el-Nasr bestattet.

Ein Schweizer entdeckt ein Weltwunder im Wüstensand  (Beitrag SRF)


Ägyptische Stele aus dem Musée archéologique de la Méditerranée gestohlen

Dreister Raub aus Marseiller Museum

(3. Oktober 2017) Am Wochenende vom 9./10. September 2017 ist eine ägyptische Stele aus dem Musée archéologique de la Méditerranée gestohlen worden. Der Raub geschah offenbar mitten am Tag während der Eröffnung einer Sonderausstellung über die Reisen von Jack London.

Die ägyptische Sammlung von Marseille - nach derjenigen des Louvre die zweitgrösste in Frankreich! -  ist in 6 Sälen untergebracht. Aus Mangel an Aufsehern waren an jenem Wochenende jedoch 5 der Säle geschlossen. Im geöffneten Saal mit einer Länge von 50 m war nur einer Aufseherin zugegen. Die entwendete Stele gehört zur Grabausstattung des Generals Kasa (Neues Reich, um 1280 v.Chr.) und zählt zu den Highlights des Museums. 

Die Affäre wird von Museumsleitung und Polizei diskret behandelt, da man laufenden Ermittlungen nicht gefährden wolle. In der Museumsszene ist die Empörung jedoch gross; offenbar haben die Museen in Marseille schon seit Längerem Probleme, da genügend Aufsichtspersonal fehlt. 

Musees de Marseille dans la tourmente (La Marseillaise)


Stein von Rosette mit audio-visueller Beschreibung 

Ägyptische Objekte auf der Sketch-Fab Webseite des British Museum

(3. Oktober 2017) Der Stein von Rosette figuriert nun auch auf der SketchFab Webseite des British Museum. Der berühmte Stein, dessen Text in drei Schriften 1822 zur Entzifferung der Hieroglyphen führte, wird mittels audiovisueller Beschreibung (in Englisch) vorgestellt. Weitere ägyptische Objekte finden sich ebenso auf der Webseite.

British Museum Rosetta Stone 3Dvirtual image


 

Erschütternde Funde im Nordfriedhof von Amarna

Dunkle Schatten in der Stadt des Lichts

(24. Juli 2017) Die Regierungszeit Echnatons (um 1353 - 1336 v.Chr.) wird als Amarna-Zeit bezeichnet und gilt vielen als Epoche des Lichts und der Liebe, geprägt vom Glauben an den alleinigen Sonnengott Aton und den lieblichen Darstellungen Echnatons und Nofretetes beim Austausch von Zärtlichkeiten mit ihren Töchtern. Dass für viele Menschen die Realität damals ganz anders aussah, belegen die Ergebnisse der neusten Grabungen in zwei Friedhöfen der Hauptstadt Echnatons Achet- Aton, heute Amarna genannt.

Die Grabungen konzentrierten sich auf den Süd- und Nordfriedhof Amarnas, wo die unteren Schichten der Bevölkerung bestattet wurden. Gemäss den Archäologen war deren Leben von harter Arbeit, Armut, Mangelernährung, Krankheit, Verletzungen und frühem Tod geprägt. Insbesondere die Funde im Nordfriedhof haben zu erschütternden Einsichten in Leben und Sterben der damaligen Menschen geführt. Hier wurden 2015 105 Individuen ausgegraben; die Untersuchung der Körper ergab, dass über 90% der Bestatteten im Alter zwischen 7 und 25 Jahren gestorben sind. Es handelte sich also um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Gerade in dieser Zeitspanne von 7 bis 25 Jahren ereignen sich in einer sog. durchschnittlichen Bevölkerung jedoch am wenigsten Todesfälle. Ein Bild des Schreckens bieten auch die an den verstorbenen Personen festgestellten "Anomalien". Die grosse Mehrheit wies schwere Verletzungen auf, insbesondere an der Wirbelsäule, die auf das Tragen schwerer Lasten zurückzuführen sind. Es scheint, dass die jungen Menschen für den Bau der neuen Hauptstadt Amarna eingesetzt worden sind und dass ihr Tod in Kauf genommen wurde.  

Diese neuen Befunde werfen eine Reihe von Fragen auf: Wer waren diese Kinder und Jugendliche? Wurden sie von ihren Familien getrennt und als Zwangsarbeiter beim Bau der Hauptstadt Amarna eingesetzt? Die Befunde sprechen dafür. Die Bestattungen des Nordfriedhofes sind sehr einfach und Grabbeigaben fehlen fast völlig; dazu kommt, dass 43% der Gräber Mehrfachbestattungen (bis zu 6 Körpern) aufwiesen, was im alten Ägypten selten ist. Offenbar wurden Gräber ausgehoben und je nach Anzahl Todesfälle die jungen Verstorbenen - ohne Mummifizierung und nur von einer Matte bedeckt - zusammen in einem Grab bestattet, wobei auch hier keinerlei Sorgfalt ersichtlich ist; oftmals waren die Skelette übereingestapelt. Dies deutet darauf hin, dass die Kinder und Jugendliche auch nach ihrem Tod nicht ihren Familien übergeben worden sind.

Der Nordfriedhof von Amarna erstreckt sich über ein weites Areal; Archäologen schätzen, dass er mindestens 1000 Gräber umfasst. So könnten schon bald mehr traurige Details über den Alltag der Bevölkerung ans Licht kommen.

Did children build Amarna (The Guardian)


China und Ägypten - Wiegen der Welt

Sonderausstellung im Neuen Museum Berlin

(22. Juli 2017) Die Kulturen Chinas und Ägypten weisen beide eine jahrtausendelange Geschichte und Tradition auf. Erstmals werden in einer grossen Sonderausstellung altägyptische und chinesische Kunstschätze nebeneinander gezeigt. Der direkte Vergleich macht deutlich, dass beide Hochkulturen die Entwicklung der Menschheitsgeschichte massgeblich mitgeprägt haben. Faszinierend sind die Gemeinsamkeiten und vergleichbaren Strukturen zwischen dem alten Ägypten und dem alten China, die - soweit bekannt - keinen direkten Kontakt zueinander hatten. Dennoch existieren Themenbereiche, mit denen sich beide Kulturen stark auseinandergesetzt haben (z.B. der Totenkult) und die Aufschluss darüber geben, wie sich menschliche Gesellschaften entwickelten. 

In der Ausstellung, die in Kooperation mit dem Shanghai Museum entstanden ist, sind 250 Exponate zu bewundern - neben Highlights aus den Berliner Museen befinden sich zahlreiche ausgewählte Leihgaben aus dem Reich der Mitte, die erstmals überhaupt in Europa zu sehen sind. Einer der Höhepunkte ist das für einen Verstorbenen angefertigte Gewand aus über 2000 Jadeplättchen.

Die Ausstellung "China und Ägypten. Wiegen der Welt" ist bis zum 3. Dezember 2017 im Neuen Museum Berlin zu sehen.

Webseite zur Ausstellung (mit Video)


Tagung zur Archäologie im Sudan

Sudan-Tag in München

(4. Juli 2017) Das Staatliche Museum ägyptischer Kunst in München (SMÄK) führt am Samstag, 29. Juli den alljährlichen Sudan-Tag durch. Namhafte Archäologen und Sudanexpertinnen stellen ihre neusten Grabungen und Forschungen vor.

Die Ausführungen von Prof. Julia Budka versprechen besonders interessant zu werden. Sie stellt das Grab des Goldschmiedemeisters Chnummose vor, das vom Team des "Across Borders"-Projekts 2015 entdeckt worden und nun fertig ausgewertet ist. Das Grab befindet sich auf der Insel Sai nördlich des 3. Kataraktes und ist rund 3400 Jahre alt. Es umfasst mehrere Kammern, in denen über ein Dutzend Personen bestattet worden sind, darunter Chnummose und seine Frau. Der Grabbesitzer war ein Ägypter, der in Nubien gelebt und in den dortigen Goldbergwerken gearbeitet hat.

Die Tagung steht allen interessierten Personen offen.

Webseite zu den Veranstaltungen des SMÄK

Webseite Across Borders (Fotos der Grabung 2017 im Grab des Chnummose)


Iran - Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste

Sonderausstellung zum antiken Persien in Bonn

(12. Juni 2017) Der schiitische Iran erscheint heute in den Medien v.a. als Gegenspieler der arabischen Mächte. Persien gehört aber ebenso zu den bedeutendsten und ältesten Kulturen der Menschheit. Die Sonderausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn "Iran - Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste" gibt Einblicke in die Geschichte Persiens zwischen dem 7. Jt.v.Chr. und dem Aufstieg der mächtigen Achämeniden-Dynastie im 1. Jt. v.Chr., deren Niedergang im 4. Jh.v.Chr. von Alexander dem Grossen besiegelt wurde.

Die Ausstellung dauert bis zum 20. August 2017 und steht unter dem schönen und treffenden Motto "Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort. Hier können wir einander begegnen" - einem Zitat von Rumi, das gerade heutzutage vermehrt beherzigt werden sollte. Die Schau möchte denn auch den Besuchern die Bildwelten aus dem in Europa noch wenig bekannten antiken Persien näher bringen.

Webseite Bundeskunsthalle Bonn (mit Rundgang durch die Ausstellung)


 Neuigkeiten aus den ägyptischen Sammlungen der Museen

CIPEG-Newsletter 

(6. Juni 2017) Der Newsletter des Internationalen Komitees für Ägyptologie CIPEG, einer Unterorganisation des Internationalen Museumskomitees ICOM, wartet -wie üblich - mit einer Fülle von Informationen zu ägyptischen Sammlungen in Museen auf. Die aktuelle Ausgabe enthält Beiträge u.a. zum wiedereröffneten Mallawi-Museum in Ägypten, das mit neuen Veranstaltungen versuchen möchte, die ägyptischen Besucher für ihre alte Kultur zu sensibilisieren, zu den Museen in Leiden und Turin sowie zum Puschkin Museum in Moskau.

CIPEG (E-News 2017)


Legaler Handel mit ägyptischen Kunstwerken

Ex-Antikenminister äussert sich kritisch zu Rückforderungen ägyptischer Objekte

(6. Juni 2017) Im Newsletter des Basler Antiquitätenhändlers und Sammlern Jean-David Cahn "Cahn's Quarterly" ist ein Beitrag zum legalen Handel mit ägyptischen Kunstwerken erschienen. In einem Interview spricht sich der frühere Antikenminister Mamdouh el Damaty gegen Rückgabeforderungen ägyptischer Artefakte aus dem Ausland aus. Es sei nicht im Interesse Ägyptens, Objekte zurückzufordern; es sei vielmehr ein Vorteil, wenn sein kulturelles Erbe in anderen Ländern ausgestellt werde. El Damaty betonte auch, dass die Mehrzahl der Artefakte legal aus Ägypten exportiert worden sei. So habe das Ägyptische Museum Cairo noch bis in die 1979 einen Verkaufsraum gehabt, in welchem Originalobjekte erworben werden konnten.

Newsletter CQ (Der erwähnte Beitrag findet sich auf S. 4)


Sonderausstellungen in Kairo und Luxor 

Transport der Altertümer vom Ägyptischen Museum ins GEM als Herausforderung

(26. Mai 2017) Das neue Grand Egyptian Museum GEM soll seine Tore Mitte 2018 öffnen, doch noch liegen zahlreiche Arbeiten an. Eine besondere Herausforderung ist - neben der Fertigstellung des gigantischen Baus - der Transport der Altertümer vom "alten" Museum am Tahrir Platz ins GEM auf dem Giza Plateau. An der Internationalen Tagung, die Anfang Mai in Kairo stattgefunden hat, haben Spezialisten aus aller Welt über die Verlegung der Kulturgüter diskutiert und debattiert. 

Momentan werden die Betten von Tutanchamun zum Transport vorbereitet, bei denen es sich um sehr fragile Objekte aus Holz, das mit Blattgold überzogen ist, handelt. Auf Anraten der Fachleute wurden diese nun noch einer Restaurierung unterzogen, damit sie sicherer transporiert werden können. Die Dauer der Verpackungsarbeiten und des Transportes wird von Spezialisten auf rund 8 Stunden geschätzt.

Das Ägyptische Museum am Tahrir Platz, welches sich nun langsam von seinen wichtigsten Schätzen trennen muss, zeigt aktuell eine Ausstellung über Abu Simbel und seinen Entdecker, den Schweizer Johann Ludwig Burckhardt. Die Ausstellung, die noch bis zum 20. Juni dauert, ist in Zusammenarbeit mit der Schweizer Botschaft und der Universität Basel entstanden und markiert das 200-jährige Jubiläum der Wiederentdeckung der Tempel von Abu Simbel.

Vor wenigen Wochen ist in Luxor ein Grab mit 8 Mumien und 10 Särgen gefunden worden. Statt die Funde wie üblicherweise direkt im Depot unterzubringen, sind diese zur Zeit im Luxor Museum zu bewundern. Die Sonderausstellung wurde am Internationalen Museumstag (21. Mai 2017) vom Antiquitätenminister Khalid El-Enany persönlich eröffnet. Auf ihrer Webseite veröffentlichte die Zeitung "Luxor Times" zahlreiche Photos der Eröffnung. Die ägyptische Regierung erhofft sich von den Sonderausstellungen sowie der Neu- oder Wiedereröffnung von Gräbern eine Ankurbelung des Tourismus.

Exclusive photos Luxor Museum (Luxor Times)


Die letzten Tage des Osmanischen Reiches

Postkartenserie zu Istanbul/Konstantinopel

(9. Mai 2017) Istanbul, das frühere Konstantinopel, gehörte einst zu den grössten und reichsten Städten Europas und Vorderasiens. Eine Serie von Postkarten mit Aufnahmen aus den letzten Tagen des Osmanischen Reiches gibt einen Eindruck vom pulsierenden Leben der Stadt und ihrer überwältigenden Architektur.

Die letzten Tage des Osmanischen Reiches in Farbbildern (Qantara.de)


Newsletter des Staatlichen Museums ägyptischer Kunst SMÄK München

Altägypten im München-Tatort vom Sonntag, 30 April 2017

(30. April 2017) Im aktuellen Newsletter des SMÄK München macht das Team auf den am Sonntag, 30. April 2017 ausgestrahlten Tatort aufmerksam, in welchem sich eine entscheidende Szene im Museum abspielt. Auch ohne Kriminalfall bietet das SMÄK immer eine Fülle von interessanten Veranstaltungen zur Geschichte und Kultur Altägyptens. Wer einen Aufenthalt in München plant, dem sei der Newsletter des Museums ans Herz gelegt, den man auch per Mail abonnieren kann.

SMÄK Newsletter


Neue Entdeckungen und längere Öffnungszeiten 

Zahi Hawass zum Botschafter für kulturelles Erbe ernannt

(22. April 2017) Inmitten der Schreckensmeldungen über die IS-Anschläge gegen Kopten ist Ägypten bestrebt, auch mit positiven Nachrichten aufzuwarten. Ein grosses Anliegen der Regierung ist es, den Tourismus wieder anzukurbeln und so wird derzeit Vieles in die Eröffnung und Instandsetzung der archäologischen Stätten und Museen investiert.
Begeistert wurde der Fund eines Statuenfragments in Heliopolis kommentiert, das nicht wie ursprünglich angenommen Ramses II., sondern Psammetich I. darstellt. Vor wenigen Tagen wurde die Entdeckung eines Grabes in Theben-West bekanntgegeben, in welchem sich mehrere bemalte Särge und rund 1000 Totenfiguren fanden. Die Grabstätte wurde ursprünglich in der 18. Dynastie angelegt, jedoch in der 3. Zwischenzeit (um 1000 v.Chr.) für Neubestattungen wiederverwendet. Letzten Dienstag wurde vor dem Luxortempel eine 11 m hohe Granitstatue Ramses' II. in einer feierlichen Zeremonie aufgestellt, die von Restauratoren aus 57 Teilen wieder zusammengesetzt worden ist.  

Das Antiquitätenministerium unternimmt auch Anstrengungen, um die einheimische Bevölkerung in die Museen zu holen. So ist das Museum für Islamische Kunst neu am Samstag bis 21 Uhr geöffnet, wobei jeden Samstagabend kulturelle Veranstaltungen angeboten werden sollen. Seit Kurzem ist auch das Ägyptische Museum Kairo am Tahrir Square am Donnerstag und Sonntag bis 21 Uhr für Besucher offen.

Auch der unverwüstliche Zahi Hawass ist wieder im Geschäft. Aufgrund seiner Verdienste um die Archäologie Ägyptens wurde er von der "International Federation for Peace and Sustainable Development", einer der UNO angeschlossenen Organisation, zum "Botschafter für kulturelles Erbe" ernannt. Hawass soll in dieser Funktion Vorschläge zur Rettung des bedrohten Kulturerbes von Syrien, Libyen und Irak ausarbeiten.

Kolossalstatue Ramses' II. wiederaufgestellt (Al Ahram online)

Neue Öffnungszeiten im Museum für islamische Kunst (Al Ahram online)

Zahi Hawass zum Botschafter ernannt (Al Ahram online)


Lebensräume in Ägypten

Aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Antike Welt" (2/2017)

(19. April 2017) Titelthema der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte "Antike Welt" sind "Lebensräume im alten Ägypten". Mehrere Beiträge beleuchten den Aspekt des Raumes aus verschiedenen Blickwinkeln, seien es Tempelräume, Vermessungsmethoden oder die Topographie des Jenseits. Weitere Artikel widmen sich u.a. der ptolemäisch-römischen Hafenstadt Berenike an der Westküste des Roten Meeres und dem Sinn und Nutzen der Archäologie in Krisengebieten.

Webseite


Fund einer Kolossalstatue Ramses' II. in Heliopolis

Misstöne rund um die Bergungsarbeiten

(15. März 2017) Wie in allen Pressemitteilungen berichtet wurde, ist vor wenigen Tagen in Heliopolis bei Kairo ein Teil einer grossen Statue des Pharao Ramses II. entdeckt worden. So erfreulich der Umstand, dass in der Stadt des alten Sonnengottes, deren antike Reste heute von Überbauungen und Abfallhalden bedroht sind, ein so bedeutender Fund gemacht werden konnte, so betrüblich sind die Misstöne, welche die Bergungsarbeiten begleiten. 

Da das Statuenfragment in einer tiefen Schlammgrube lag, wurde zur Bergung ein Bagger eingesetzt. Der Ex-Antikenminister Zahi Hawass hat sich darauf zu Wort gemeldet - wie immer nach wichtigen Entdeckungen in Ägypten, ist man versucht zu sagen - und legt ungefragt seine Sicht der Dinge dar: Die Bergung mit Bagger sei professionell verlaufen; er habe sich vom Leiter der Grabungen des Deutschen Archäologischen Institutes DAI in Heliopolis, Dietrich Raue, einem renommierten Archäologen und seit Jahren in Ägypten tätig, Bildmaterial geben lassen und sei mit den Bergungsmethoden und dem Vorgehen einverstanden. Hawass' Beitrag wiederum rief die Ägyptologin Monica Hanna auf den Plan, die den Einsatz der Bagger kritisiert. 

Hawass hatte vor wenigen Tagen mit einem kuriosen Beitrag in Al Ahram über den Besuch von Lionel Messi in Ägypten für Stirnrunzeln gesorgt. Er durfte dem Starfussballer die Pyramiden von Giza erklären und meinte dazu in seinem Artikel, er sei vom "Fluch des Lionel Messi" getroffen worden.....

Ramses-Statue entdeckt (Spiegel.de)

Lionel Messis Curse (Al Ahram Weekly)


200-Jahr-Jubiläum der Freilegung des Tempels von Abu Simbel

Mehrere Veranstaltungen zu Ehren des Schweizer Reisenden Johann Ludwig Burckhardt 2017 geplant

(15. März 2017) Am 22. Februar 2017 versammelten sich wie jedes Jahr mehrere Tausend Schaulustige vor dem Tempel von Abu Simbel, um das Sonnenspektakel mitzuerleben. Jeweils am 22. Februar und am 22. Oktober leuchtet die Sonne bis ins Allerheiligste des Grossen Tempels und lässt die dort sitzenden vier Götterstatuen im Licht erstrahlen. 

Im Oktober 2017 soll in Abu Simbel eine grosse Gala-Veranstaltung mit Schweizer Beteiligung zu Ehren des Basler Reisenden und Forschers Johann Ludwig Burckhardt stattfinden, der im Oktober 1817 in Kairo starb. Er war es, der als erster Europäer die beiden Tempel von Abu Simbel im März 1813 entdeckte, die 1817 vom Italiener Giovanni Belzoni freigelegt wurden.

An Burckhardts Grabstätte im Kairoer Friedhof Bab an-Nasr würdigte der Schweizer Botschafter Markus Leitner kürzlich den Basler Forscher und bezeichnete ihn als "bedeutenden Reisenden und Gelehrten". Ihm zu Ehren wird ab Mai 2017 im Ägyptischen Musuem in Kairo eine Ausstellung gezeigt; parallel dazu soll ein "Swiss Trail" entstehen, der verschiedene Orte in Kairo mit Schweizer Bezug vorstellt. Leitner betonte in seiner Rede auch, dass vielfältige Engagement der Schweiz in Ägypten, sei es in archäologischer Hinsicht oder in Hilfsprojekten; ausserdem seien über 100 Schweier Firmen in Ägypten tätig. 

Abu Simbel and the Swiss connection (Al Ahram weekly)


300 Exponate aus dem Meer im Museum Rietberg

Interview mit dem Unterwasserarchäologen Franck Goddio

(3. Februar 2017) Das Museum Rietberg in Zürich zeigt ab dem 10. Februar 2017 knapp 300 Statuen und Kultgegenstände aus den legendären zwei Städten Thonis-Heracleion und Kanopus, die im 8. Jh.n.Chr. im Meer versanken. Die Exponate wurden vom Unterwasserarchäologen Franck Goddio und seinem Team in aufwendigen Tauchexpeditionen vor der ägyptischen Mittelmeerküste geborgen. Im Interview erzählt Goddio von seiner Leidenschaft für Unterwassergrabungen:

Tauchen ist für mich wie Bus fahren (SRF Kultur)


Ältester Beleg von Knochenkrebs

Ausgrabung einer Tiernekropole in Berenike am Roten Meer

(25. Januar 2017) Die amerikanisch-polnischen Ausgrabungen in der antiken ägyptischen Hafenstadt Berenike am Roten Meer, dem heutigen Baranis/Medinet al-Haras, förderten zwischen 2011 und 2015 ca. 100 Skelette verschiedener Tierarten aus dem 1.Jh.n.Chr. zutage. Unter den Skeletten fanden sich Katzen, Hunde, Paviane und Grüne Meerkatzen. Die Fundumstände lassen bei einigen Tieren erkennen, dass sie als Haustiere gehalten wurden und ihre Besitzer eine emotionale Bindung zu ihnen hatten.

Einzelne Tierkörper waren vor ihrer Bestattung in Stoff gewickelt worden. Es wurden auch Halsbänder entdeckt, die mit Glasperlen dekoriert sind. Von besonderer Bedeutung ist der Fund eines vermutlich aus Italien oder Griechenland importierten Mastiffs. Der vierjährige Hund verstarb an Knochenkrebs und wurde von seinem Besitzer in Matten aus Palmblättern gewickelt und mit grossen Fragmenten einer Amphore bedeckt. Seine letzte Mahlzeit bestand aus einem grossen Fisch und Ziegenfleisch. Es ist der älteste Beleg für Knochenkrebs bei einem Hund, einer Krankheit, die heute häufig auftritt und gegen die bisher kein wirksames Mittel gefunden werden konnte.

Oldest traces of bone cancer (Science Poland)


Zeitschrift "Antike Welt" in neuem Gewand

Aktuelle Ausgabe zum Titelthema "Karthago" (1/17)

(24. Januar 2017) Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Antike Welt" präsentiert sich in neuem Gewand, jedoch mit der gewohnt breiten Auswahl an interessanten Themen zur Antike. 

Titelthema ist die punische und später römische Metropole Karthago. Weitere Beiträge widmen sich u.a. dem Untergang des Handelszentrums Ugarit im heutigen Syrien, dem Wissen vom Mond im Alten Ägypten sowie dem Kulturgüterschutz in Kriegsgebieten.

Webseite Antike Welt

Aktuelle Ausgabe