News aus der Antike

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft bewusst und sinnvoll gestalten."

Nach Neil MacGregor, ehem. Direktor des British Museum London


Ägyptologe knackt Voynich-Code

Prof. Rainer Hannig entziffert rätselhafte Handschrift

a6b831b2ad.jpg

(24. Juni 2020) Prof. Hannig gilt als herausragender Experte der altägyptischen Sprache und ist über ägyptologische Fachkreise hinaus für seine zahlreichen Wörterbücher zur Sprache der Pharaonen bekannt. Seit vielen Jahren ist er als wissenschaftlicher Berater und zeitweiliger Mitarbeiter am Roemer- und Pelizaeus-Museums in Hildesheim tätig. In diesem Zusammenhang forscht er nicht nur zu ägyptischen Hieroglyphen, sondern auch zu anderen alten Schriften und ihrer Entzifferung. Seit 2017 beschäftigt er sich intensiv mit dem geheimnisvollen Voynich-Manuskript, das als die rätselhafteste Handschrift unserer Zeit gilt. Jetzt ist es ihm gelungen, die Schriftzeichen zu entziffern, die Sprache des Voynich (wie schon von einigen Forschern vermutet) als Hebräisch zu identifizieren und die ersten Textpassagen zu übersetzen.

Das Voynich-Manuskript (rp-museum Hildesheim)


Umgang der Museen mit dem COVID-19-Lockdown

E-Newsletter von CIPEG

CIPEG.jpg

(16. Juni 2020) Der aktuelle Newsletter des "International Committee for Egyptology" CIPEG thematisiert den Lockdown und wie verschiedene Museen weltweit damit umgehen:

E-Newsletter CIPEG


Einblick in islamische Welten

Neu gestaltete Ausstellung islamischer Kulturen im British Museum London

xIslamic-Gallery-R2.jpg.pagespeed.ic.i_ZaEff-UY.jpg

(16. Juni 2020) Die umfassende islamische Sammlung des British Museum ist seit kurzem in einer neu konzipierten Ausstellung zu sehen. In zwei Galerien werden Exponate aus Regionen von Westafrika bis nach Südostasien gezeigt, die aus dem 7.Jh. bis in die heutige Zeit datieren und die Vielfalt der islamischen Welt dokumentieren. 

Islamic World

Eine Reise durch den Islam in 8 Objekten

A Journey through the Islamic World (Blog British Museum)


Reliefs und Skulpturen aus den Palästen des antiken Assyriens

Virtuelle Rundgänge durch die Galerien des British Museum London

xPalaces-at-Nimrid-restored.jpg.pagespeed.ic.dyIUn0H8PC.webp

(16. Juni 2020) Das British Museum in London besitzt eine der weltweit wichtigsten Sammlungen aus dem alten Assyrien, dessen Kernland sich im heutigen Nordirak befand. Insbesondere die spätassyrische Epoche von 9. - 7. Jh.v.Chr. ist mit eindrücklichen Reliefs und Kolossalfiguren aus den damaligen Hauptstädten des Reiches, Nimrud, Khorsabad und Niniveh, gut vertreten.

Da auch das Britsh Museum im Rahmen des Lockdowns seine Tore schliessen musste, sind die Galerien nun virtuell zugänglich:

Explore the Assyrian Galleries

Historischer Reiseführer ins antike Niniveh im 7. Jh.v.Chr.:

Historical City Travel Guide (Blog British Museum)


 Gipfeltreffen mit Nofretete

Museumsobjekte unter sich

nofretete-b85af3e9-9c19-484e-b122-da6982173998.jpg

(4. Mai 2020) Was passiert im leeren Museum? Werden die BesucherInnen von den Exponaten vermisst? Wie gehen die altehrwürdigen Gestalten wie die schöne Nofretete, König Amasis oder Caesar mit der gegenwärtigen Leere um? Die Sendung "Aspekte" des ZDF hat sich umgehört (Min. 30 - 34).

Kultur Aspekte (ZDF)


Sollen Mumien ausgestellt werden?

Zwei Museumsdirektorinnen nehmen Stellung

eca34522-aabb-4879-b0b3-5e9d40f4b6e3_w948_r1.77_fpx62.37_fpy50.jpg

(20. April 2020) Altägyptische Mumien waren nie dafür gedacht, zur Schau gestellt zu werden; sie galten den alten Ägyptern "nur" als Medium, um unversehrt ins Jenseits zu gelangen. Ist es trotzdem ethisch vertretbar, sie in Ausstellungen zu zeigen? In dieser Frage sind auch ÄgyptologInnen geteilter Meinung, wie die Aussagen von Regine Schulz, Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim, und Sylvia Schoske, Direktorin des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München, zeigen:

Darf man Mumien ausstellen (Spiegel.de)


Museum@home

Virtuell ins Museum

csm_YT72_Video-Making-of_38fdc0cf8b.jpg

(20. April 2020) Auch wenn die Museen momentan geschlossen sind, gibt es auf den meisten Webseiten Neues zu entdecken. So findet sich z.B. auf der Webseite des Staatlichen Museums ägyptischer Kunst München ein Beitrag zur letzten Grabungssaison 2019/2020 im nordöstlich der sudanesischen Hauptstadt Khartum gelegenen Naga, die wegen des Corona-Virus' abgebrochen werden musste; im "Downloadbereich" können ausserdem verschiedene Museumspublikationen als pdf heruntergeladen werden. 

SMAEK München

Die Reiss-Engelhorn-Museen (REM) in Mannheim bieten eine Video-Einführung durch die Ägyptologin und Kuratorin am REM Dr. Gabriele Pieke in die aktuelle (geschlossenen) Sonderausstellung "Yesterday - Tomorrow: Die Wiedergeburt der ägyptischen Kunst nach 2000 Jahren":

Yesterday - Tomorrow REM Mannheim

Das Team von Ariadne, das auf exklusive Führungen durch die nun geschlossenen Staatlichen Museen Berlins spezialisiert ist, bietet auf seinem Youtube-Kanal kurzweilige Hörgschichten aus den alten Kulturen an; so liest u.a. die Ägyptologin Manuela Gander aus altägyptischen Liebesbriefen vor:

Youtube-Kanal Ariadne


 Ägypten von zu Hause aus erleben

Virtuelle Touren durch archäologische Stätten

Menna.jpg

(20. April 2020) Aufgrund des Corona-Virus' sind alle archäologischen Stätten und Museen in Ägypten geschlossen. Um das kulturelle Erbe Ägyptens auch in dieser Zeit interessierten Personen zugänglich zu machen, bietet das Antikenministerium virtuelle Touren an. Die erste Tour stellt das Grab des Menena (TT 69) in Theben-West vor, der unter Thutmosis IV. (Neues Reich, 18. Dynastie, um 1400 - 1390 v.Chr.) als Vermesser der Ländereien amtete:

Rundgang durch das Grab des Menna


 Die rätselhafte Bestattung einer alten Ägypterin

Interdisziplinäres Projekt soll Sarg und Mumie der Ta-scherit-en-Imen untersuchen und restaurieren

Img00541.jpg

(25. März 2020) Die Gemeinde von Brissago besitzt einen altägyptischen Sarg mit Mumie, den der italienische Ingenieur Zaccaria Zanoli 1887 in Kairo erwarb und der Tessiner Gemeinde vermachte. Seit über 100 Jahren lagern Sarg und Mumie in einem Raum des Gemeindehauses und haben in dieser Zeit arg gelitten. Der Sarg aus Kartonnage ist verformt; die Farben bröckeln ab. Auch die Mumie, die gemäss Inschrift auf dem Sarg einer Frau namens Ta-Scherit-en-Imen (übersetzt: Die Tochter des Gottes Amun) gehört, ist in einem sehr schlechten Zustand und verfällt zusehends. 

Da eine Restaurierung von Sarg und Mumie für Brissago zu teuer wäre, verschenkte die Gemeinde die Überreste von Ta-scherit-en-Imen einem Zürcher Restaurator mit der Auflage, den Zerfall der Mumie zu stoppen und den Sarg zu restaurieren. Nun sollen Sponsoren für ein interdisziplinäres Projekt gesucht werden, um die Bestattung umfassend zu untersuchen und zu restaurieren. Diese gibt den Fachleuten einige Rätsel auf, stammen doch die Darstellungen und Texte auf dem Sarg aus verschiedenen Epochen. Der Sarg stammt ursprünglich aus der Zeit um 950 - 700 v.Chr. und wurde in späterer Zeit möglicherweise usurpiert und wieder verwendet.

Sie kommt nicht zur Ruhe (Beobachter 5/2020)