News aus der Antike

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft bewusst und sinnvoll gestalten."

Nach Neil MacGregor, ehem. Direktor des British Museum London


Pharaohs' Golden Parade

Spektakulär inszenierte Überführung von 22 Mumien altägyptischer Königinnen und Könige

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(4. April 2021) In einer spektakulären und dramatischen Inszenierung sind in Kairo 22 Mumien vom Ägyptischen Museum am Tahrirplatz zum neuen National Museum of Egyptian Civilization NMEC überführt worden. Standesgemäss legen die Mumien in eigens dafür gebauten “Sarkophag-Vehikeln” die Strecke zu ihrem neuen Zuhause zurück. Die eindrückliche Parade mit zahreichen kostümierten StatistInnen und etlichen Showeinlagen ist wahrlich ein Augenschmaus. Beim NMEC angekommen, werden die HerrscherInnen des alten Ägypten von 22 Salutschüssen begrüsst. Auch Präsident Al-Sisi heisst die Ankommenden persönlich willkommen. Das gelungene Spektakel, das mit Pathos nicht geizt, bietet ihm uf jeden Fall eine ideale Bühne, sich als Nachfolger der grossen Pharaonen zu inszenieren.

The Pharaohs' Golden Parade (Experience Egypt)


Öffnung des Sarges von Ta-scherit-en-Imen

Start zu Untersuchung und Erforschung der Kartonagehülle und der Mumie

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(15. März 2021) Der erste Schritt zur Untersuchung und Erforschung von Sarg und Mumie der Ta-scherit-en-Imen (s.Beitrag vom 25. Januar 2021) erfolgte letzten Freitag im ARC in Neuchâtel. Nach erfolgter Stabilisierung der fragilen Kartonage, die in einem unteren und oberen Teil die Mumie umgab, wurde die Hülle sorgfältig entfernt. Damit war erstmals seit rund 100 Jahren die ganze Mumie in ihren Bandagen sichtbar. Diese ist erfreulicherweise in weit besserem Zustand als erwartet. Als nächsten Schritt soll Anfang April eine CT-Untersuchung der Mumie durchgeführt werden.

Das Schweizer Fernsehen war bei der Öffnung dabei: und hat für die Tagesschau vom 14. März einen kurzen Beitrag verfasst:

Sarkophag nach über 100 Jahren geöffnet (Schweiz aktuell)

Öffnung des Sarges der Ta-scherit-en-Imen (Téléjournal RTS)

I misteri della mumia (TSI)


Ende der Odyssee eines ägyptischen Sarges mit Mumie

Von Kairo nach Brissago, Neuchâtel und St. Gallen

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(25. Januar 2021) Um 1887 erwarb der italienische Hotelbesitzer Zaccaria Zanoli in Kairo einen Sarg mit Mumie, den er in seine Villa über dem Lago Maggiore mitnahm und später der Gemeinde Brissago vermachte. Diese lagerten Sarg und Mumie jahrelang unter misslichen Bedingungen auf dem Dachboden des Gemeindehauses. Letztes Jahr beschloss die Gemeinde, die Bestattung der Restaurierungswerkstatt der Haute-école ARC in Neuchâtel abzugeben. Nach erfolgter Restaurierung und Erforschung werden Sarg und Mumie ihr endgültiges Zuhause im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen finden.

Neues Leben für eine Mumie (Migros-Magazin)


Erweiterte und aktualisierte Auflage der Publikation zu ägyptischen Särgen in der Schweiz geplant

Neues Kapitel des Swiss Coffin Project

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(18. Januar 2021) Mit Beginn des Jahres 2021 startet für das 2004 gegründete "Schweizer Sargprojekt/Swiss Coffin Project" ein neues Kapitel. Dank eines grosszügigen Betrags zweier Gönner kann in den nächsten Wochen mit den Arbeiten an einer erweiterten und aktualisierten Neuauflage der 2007 erschienenen Publikation "Unter dem Schutz der Himmelsgöttin - Ägyptische Särge, Mumien und Masken in der Schweiz" begonnen werden. Der Band soll 2024 zum 20-jährigen Jubiläum des "Swiss Coffin Project" erscheinen. 27 Schweizer Museen beteiligen sich am Projekt (Stand Mitte Januar 2021), d.h. dass ihre Sargausstattungen mit Mumien in den nächsten Jahren umfassend untersucht und bearbeitet werden; neu sollen auch Sargfragmente und Mumienabdeckungen in die erweitere Auflage aufgenommen werden. 

Dieser neue Abschnitt in der Geschichte des "Swiss Coffin Project" war Anlass und zu einem kleinen Rückblick auf bisher Erreichtes, das wir in einer Bildpräsentation zusammengefasst haben: 
http://niletimes.ch/images/stories/Download/Newsletter/2020-12_CH-Sargprojekt.pdf

Den ganzen Beitrag dazu finden Sie im Newsletter 12-2020:
http://niletimes.ch/images/stories/Download/Newsletter/2020-12_NT-Newsletter.pdf


Weiterer spektakulärer Fund in Ägypten 

Ägyptische Archäologen bergen 50 Särge

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(18. Januar 2021) Wieder kann Ägypten eine sensationelle Entdeckung verkünden: in der Nekropole von Sakkara wurden rund 50 Särge und weitere Grabbeigaben gefunden, die aus der Zeit zwischen 1550 und 1070 v.Chr. stammen sollen. Laut dem ägyptischen Antikenminister Chalid al-Anani sei in Sakkara erst etwa 1 Prozent dessen ausgegraben, was unter dem Sand verborgen sei. Die Funde werden voraussichtlich im Grand Egyptian Museum in Giza ausgestellt, welches dieses Jahr - nach zahlreichen Verschiebungen - definitiv eröffnet werden soll. Der genaue Termin der lang ersehnten Eröffnung wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben. 

Die Entdeckungen der letzten Monate wurden bisher vorwiegend für PR-Zwecke benutzt; sie sollen wieder vermehrt TouristInnen an den Nil ziehen. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung, Erforschung und Publikation der Stücke ebenfalls vorgesehen ist!

Funde in Sakkara


Ägyptologe knackt Voynich-Code

Prof. Rainer Hannig entziffert rätselhafte Handschrift

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(24. Juni 2020) Prof. Hannig gilt als herausragender Experte der altägyptischen Sprache und ist über ägyptologische Fachkreise hinaus für seine zahlreichen Wörterbücher zur Sprache der Pharaonen bekannt. Seit vielen Jahren ist er als wissenschaftlicher Berater und zeitweiliger Mitarbeiter am Roemer- und Pelizaeus-Museums in Hildesheim tätig. In diesem Zusammenhang forscht er nicht nur zu ägyptischen Hieroglyphen, sondern auch zu anderen alten Schriften und ihrer Entzifferung. Seit 2017 beschäftigt er sich intensiv mit dem geheimnisvollen Voynich-Manuskript, das als die rätselhafteste Handschrift unserer Zeit gilt. Jetzt ist es ihm gelungen, die Schriftzeichen zu entziffern, die Sprache des Voynich (wie schon von einigen Forschern vermutet) als Hebräisch zu identifizieren und die ersten Textpassagen zu übersetzen.

Das Voynich-Manuskript (rp-museum Hildesheim)


Umgang der Museen mit dem COVID-19-Lockdown

E-Newsletter von CIPEG

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(16. Juni 2020) Der aktuelle Newsletter des "International Committee for Egyptology" CIPEG thematisiert den Lockdown und wie verschiedene Museen weltweit damit umgehen:

E-Newsletter CIPEG


Einblick in islamische Welten

Neu gestaltete Ausstellung islamischer Kulturen im British Museum London

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(16. Juni 2020) Die umfassende islamische Sammlung des British Museum ist seit kurzem in einer neu konzipierten Ausstellung zu sehen. In zwei Galerien werden Exponate aus Regionen von Westafrika bis nach Südostasien gezeigt, die aus dem 7.Jh. bis in die heutige Zeit datieren und die Vielfalt der islamischen Welt dokumentieren. 

Islamic World

Eine Reise durch den Islam in 8 Objekten

A Journey through the Islamic World (Blog British Museum)


Reliefs und Skulpturen aus den Palästen des antiken Assyriens

Virtuelle Rundgänge durch die Galerien des British Museum London

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(16. Juni 2020) Das British Museum in London besitzt eine der weltweit wichtigsten Sammlungen aus dem alten Assyrien, dessen Kernland sich im heutigen Nordirak befand. Insbesondere die spätassyrische Epoche von 9. - 7. Jh.v.Chr. ist mit eindrücklichen Reliefs und Kolossalfiguren aus den damaligen Hauptstädten des Reiches, Nimrud, Khorsabad und Niniveh, gut vertreten.

Da auch das Britsh Museum im Rahmen des Lockdowns seine Tore schliessen musste, sind die Galerien nun virtuell zugänglich:

Explore the Assyrian Galleries

Historischer Reiseführer ins antike Niniveh im 7. Jh.v.Chr.:

Historical City Travel Guide (Blog British Museum)


 Gipfeltreffen mit Nofretete

Museumsobjekte unter sich

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(4. Mai 2020) Was passiert im leeren Museum? Werden die BesucherInnen von den Exponaten vermisst? Wie gehen die altehrwürdigen Gestalten wie die schöne Nofretete, König Amasis oder Caesar mit der gegenwärtigen Leere um? Die Sendung "Aspekte" des ZDF hat sich umgehört (Min. 30 - 34).

Kultur Aspekte (ZDF)


Sollen Mumien ausgestellt werden?

Zwei Museumsdirektorinnen nehmen Stellung

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(20. April 2020) Altägyptische Mumien waren nie dafür gedacht, zur Schau gestellt zu werden; sie galten den alten Ägyptern "nur" als Medium, um unversehrt ins Jenseits zu gelangen. Ist es trotzdem ethisch vertretbar, sie in Ausstellungen zu zeigen? In dieser Frage sind auch ÄgyptologInnen geteilter Meinung, wie die Aussagen von Regine Schulz, Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim, und Sylvia Schoske, Direktorin des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München, zeigen:

Darf man Mumien ausstellen (Spiegel.de)


Museum@home

Virtuell ins Museum

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(20. April 2020) Auch wenn die Museen momentan geschlossen sind, gibt es auf den meisten Webseiten Neues zu entdecken. So findet sich z.B. auf der Webseite des Staatlichen Museums ägyptischer Kunst München ein Beitrag zur letzten Grabungssaison 2019/2020 im nordöstlich der sudanesischen Hauptstadt Khartum gelegenen Naga, die wegen des Corona-Virus' abgebrochen werden musste; im "Downloadbereich" können ausserdem verschiedene Museumspublikationen als pdf heruntergeladen werden. 

SMAEK München

Die Reiss-Engelhorn-Museen (REM) in Mannheim bieten eine Video-Einführung durch die Ägyptologin und Kuratorin am REM Dr. Gabriele Pieke in die aktuelle (geschlossenen) Sonderausstellung "Yesterday - Tomorrow: Die Wiedergeburt der ägyptischen Kunst nach 2000 Jahren":

Yesterday - Tomorrow REM Mannheim

Das Team von Ariadne, das auf exklusive Führungen durch die nun geschlossenen Staatlichen Museen Berlins spezialisiert ist, bietet auf seinem Youtube-Kanal kurzweilige Hörgschichten aus den alten Kulturen an; so liest u.a. die Ägyptologin Manuela Gander aus altägyptischen Liebesbriefen vor:

Youtube-Kanal Ariadne


 Ägypten von zu Hause aus erleben

Virtuelle Touren durch archäologische Stätten

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(20. April 2020) Aufgrund des Corona-Virus' sind alle archäologischen Stätten und Museen in Ägypten geschlossen. Um das kulturelle Erbe Ägyptens auch in dieser Zeit interessierten Personen zugänglich zu machen, bietet das Antikenministerium virtuelle Touren an. Die erste Tour stellt das Grab des Menena (TT 69) in Theben-West vor, der unter Thutmosis IV. (Neues Reich, 18. Dynastie, um 1400 - 1390 v.Chr.) als Vermesser der Ländereien amtete:

Rundgang durch das Grab des Menna


 Die rätselhafte Bestattung einer alten Ägypterin

Interdisziplinäres Projekt soll Sarg und Mumie der Ta-scherit-en-Imen untersuchen und restaurieren

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(25. März 2020) Die Gemeinde von Brissago besitzt einen altägyptischen Sarg mit Mumie, den der italienische Ingenieur Zaccaria Zanoli 1887 in Kairo erwarb und der Tessiner Gemeinde vermachte. Seit über 100 Jahren lagern Sarg und Mumie in einem Raum des Gemeindehauses und haben in dieser Zeit arg gelitten. Der Sarg aus Kartonnage ist verformt; die Farben bröckeln ab. Auch die Mumie, die gemäss Inschrift auf dem Sarg einer Frau namens Ta-Scherit-en-Imen (übersetzt: Die Tochter des Gottes Amun) gehört, ist in einem sehr schlechten Zustand und verfällt zusehends. 

Da eine Restaurierung von Sarg und Mumie für Brissago zu teuer wäre, verschenkte die Gemeinde die Überreste von Ta-scherit-en-Imen einem Zürcher Restaurator mit der Auflage, den Zerfall der Mumie zu stoppen und den Sarg zu restaurieren. Nun sollen Sponsoren für ein interdisziplinäres Projekt gesucht werden, um die Bestattung umfassend zu untersuchen und zu restaurieren. Diese gibt den Fachleuten einige Rätsel auf, stammen doch die Darstellungen und Texte auf dem Sarg aus verschiedenen Epochen. Der Sarg stammt ursprünglich aus der Zeit um 950 - 700 v.Chr. und wurde in späterer Zeit möglicherweise usurpiert und wieder verwendet.

Sie kommt nicht zur Ruhe (Beobachter 5/2020)